Nackenschmerzen – was tun?

Sie stehen morgens auf und können kaum noch den Kopf bewegen – kommt Ihnen das bekannt vor? Es zieht zusätzlich die Halswirbelsäule hinauf und die Verspannungen sind auch im gesamten Schulter-Arm-Bereich spürbar. Beschwerden im Nackenbereich zählen mittlerweile zu den häufigsten Zivilisationserkrankungen. Was hat es mit dieser „Hartnäckigkeit“ auf sich?



Unser modernes Arbeitsleben findet sehr häufig im Sitzen statt und hier wiederum viele Stunden am Computer. Auch in der Freizeit fordern Fernsehen, Internet, aber auch einseitige Belastungen im Sport ihren Tribut. Bewegungsmangel führt zur Erschlaffung der Muskulatur, zu wenig Trinken zeigt sich in der Dehydrierung von Gewebestrukturen.

Die Halswirbelsäule ist ein sensibles Wunderwerk aus Wirbelkörpern, Bandscheiben, Gelenken, Bändern und Muskeln. Über ein dichtes Nervennetz ist sie mit vielen anderen Organen verbunden, die wiederum durch zugeordnete Reflexzonen Auslöser für Schmerzen sein können.

  • Myogelosen

Geraten die Mechanismen von Spannung – Entspannung aus dem Gleichgewicht, kann es zur dauerhaften Verkrampfung von Muskelfasern kommen. Es entwickeln sich zum Teil linsen- bis erbsengroße Verhärtungen, die allmählich zur Verklebung des Bindegewebes (Faszien) führen. Blut- und Sauerstoffzufuhr zum Gehirn werden vermindert, Nervenbahnen können eingeengt werden, was sich z.B. in Sehstörungen, Schwindelattacken, Kopfschmerzen oder Konzentrationsstörungen äußern kann.

  • Unfälle und Verletzungen

Ein Schleudertrauma (z.B. bei einem Auffahrunfall) kann Jahre später zu massiven Beschwerden im Nacken führen.

  • Entzündliche Erkrankungen

Fibromyalgie, rheumatische Erkrankungen, Morbus Bechterew oder Wirbelkörperentzündungen können massive Schmerzattacken verursachen und müssen sorgfältig medizinisch abgeklärt werden. Sowohl bakterielle als auch virale Entzündungen der Hirnhäute können eine massive Nackensteifigkeit auslösen (auch an Borreliose denken!!).

  • Funktionelle Störungen

Zahnmedizinische Eingriffe, Fokalherde im Kiefer (NICO), Kieferfehlstellungen und die sog. craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) der Kiefergelenke können in einen Dauerschmerz münden.


Therapeutische Maßnahmen

Bei Behandlung von Nackenschmerzen, die heftig und plötzlich auftreten oder aber schon über einen längeren Zeitraum bestehen, ist ein ärztliche Abklärung unbedingt zu empfehlen.


Auch wenn die zugrunde liegende Ursache vorerst noch unbekannt ist, kann eine gezielte Schmerztherapie vorerst einmal den Leidensdruck vermindern und die Entstehung chronischer Schmerzkreisläufe unterbinden. Es können als erste Hilfe entzündungshemmende, schmerzstillende oder muskelentspannende Präparate eingesetzt werden.

  • Entspannungstherapien wie Yoga, Meditation, autogenes Training, progressive Relaxation nach Jakobson, vibrierende Massage mit der Echobell, Jin Shin Jyutsu oder Akupressur können Linderung verschaffen

  • Verschieden Salben und Öle können durch Massage die Durchblutung fördern und schmerzlindernd wirken:

  • Schüssler Mineralstoffsalben - Mischung Nr 3 und Nr 7

  • Aconit Schmerzöl (Fa. Wala)

  • Rosmarinsalbe 10% (Fa. Weleda)

  • Dolo-Cyl Öl (Auszüge aus Rosmarin, Arnika, Johanniskraut, Eukalyptus, Lavendel, Wacholder, Latschenkiefer)

  • Teufelskralle Creme (Fa. Bergland)

  • Beinwell Salbe (Apotheke oder Reformhaus)

  • Homöopathische Unterstützung (in der Potenz D12 mehrmals täglich 5 Globuli)

  • Aconitum (akute Steifigkeit mit großen Schmerzen)

  • Rhus toxicodendron (Schmerzen durch „falsches“ Liegen und bei nasskaltem Wetter)

  • Cimicifuga (Muskelverspannungen, die in Arme und Rücken ziehen)

  • Gelsemium (Nackenschmerzen in Verbindung mit Kopfschmerzen)

  • Ruta (angespannte Haltung z.B. bei Computerarbeiten)

  • Guajacum (stechende Schmerzen zwischen den Schulterblättern)

  • Kirschkernkissen

Die Kombination von Wärme und Massage kann sehr wohltuend sein. Über Nacht wird ein lose mit Kirschkernen gefülltes, im Ofen erwärmtes Baumwollsäckchen auf die schmerzende Stelle geklebt (15 Minuten bei 100 ˚C im Backofen erwärmen)

Medizinische und physikalische Therapiemaßnahmen

  • Akupunktur

  • Stoßwellen-Akupunktur

  • Chirotherapie

  • Osteopathie und craniosakrale Therapie

  • Neuraltherapie und gepulste Radiofrequenztherapie

  • Kinesiotherapie mit Tapes

  • Triggerpunkt Therapie

  • Feldenkreis Therapie

  • Dorn Therapie

  • Atlastherapie nach Arlen

  • Gua Sha Fa

Jeder Nackenschmerz ist meist ein komplexes Geschehen aus Stress, Fehlhaltung, Entzündung, toxischer Belastung, Histaminabbaustörung, fehlender Entgiftung und chronischen Infekten (Coxsackie Viren, Borrelien, Chlamydien, …..).


In meiner Praxis kombiniere ich Neuraltherapie mit Allya, Ohrakupunktur, Vitalfeldtherapie und das altchinesische Ausleitungsverfahren GuaShaFa – meist mit sehr gutem Erfolg.