Herpes Zoster Neuralgie – Wege aus dem Schmerz

Müdigkeit, Erschöpfung, ein grippales Gefühl mit Auftreten von stark juckenden bläschenförmigen Hautveränderungen, welche sich bestimmten Nervensegmenten zuordnen lassen, sind charakteristisch für die gefürchtete Gürtelrose (Herpes Zoster). Häufig kommt es nach der Abheilung zu andauerndem, quälendem Schmerz, der auf Medikamente des Öfteren wenig bis gar nicht anspricht. Was tun ?



Nach einer Inkubationszeit von 7 – 18 Tagen kommen juckende, gruppenweise angeordnete, mit anfangs klarer Flüssigkeit gefüllte Bläschen zum Vorschein. In dieser Phase der Erkrankung besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Es handelt sich um eine virale Erkrankung mit dem Varizella-Zoster-Virus, einem DNA Virus, welches Windpocken und Gürtelrose verursacht. In den meisten Fällen ist es eine Reaktivierung einer in der Kindheit durchgemachten Windpockenerkrankung, in den seltensten Fällen handelt es sich um eine Ersterkrankung. Nach Abheilen der Windpocken in der Kindheit, können diese Viren (wie auch andere Herpesviren) die Nervenbahnen hochwandern und in den Ganglien des Rückenmarks jahrelang unbemerkt „schlummern“. In den meisten Fällen treten diese „gefürchteten“ Bläschen am Bauch oder Rücken, am Gesäß, an den Oberschenkeln, am Hals oder auch im Gesicht auf.


Die wichtigste Voraussetzung für das erneute Aufflackern ist neben einem Viruskontakt durch Tröpfchen – oder Kontaktinfektion eine Abwehrschwäche des Körpers ausgelöst durch lang anhaltenden Stress, starke Sonnenlichteinstrahlung, beginnender Diabetes, nach vorangegangenen Impfungen, unter Chemo- oder Strahlentherapie oder anderen immunsupprimierenden Maßnahmen. Um folgenschwere Komplikationen zu vermeiden (besonders im Augen- und Ohrenbereich) ist eine rasche Therapie mit Virostatika notwendig.


Normalerweise trocknen die Bläschen nach einer Woche unter Bildung einer rotbräunlichen Kruste aus. Selten bleiben Narben, manchmal kommt es zu anhaltenden, oft unerträglichen quälenden Nervenschmerzen, einer sogenannten Zosterneuralgie.


Schulmedizinische und orthomolekulare Therapie

  • Orale Medikation:

Virostatika (rezeptpflichtig), Carbamazepin (rezeptpflichtig), Gabapentin (rezeptpflichtig), Grapefruitkernextrakt 500mg 2x1 tgl., Lysin 500mg 2x2tgl., verestertes Vitamin C 2x500mg tgl., Ubiquinol 50mg 2x1 tgl., Zink 30mg 1x1 abends, MSM Enzym 2x2 tgl., Vitamin B12 Präparat (Methyl-, Hydroxy- oder Adensoylcobalamin; KEIN Cyanocobalamin)

  • Äußerliche Anwendung:

Zink-Tinktur, Zink-Salbe, Zink-Puder (Zink wirkt desinfizierend, kühlend, schmerzlindernd, austrocknend)

Salbenzubereitung aus Melissen Extrakt oder verdünntem Melissen Aromaöl

Flüssiges Coenzym Q10, flüssiges mizelliertes Curcumin/CBD/Weihrauch oder Beifuß

Johanniskraut Öl auftupfen


Bewährtes aus der Phytotherapie

  • Orale Anwendung:

OLI Cuprum 3x15 Tropfen tgl

  • Äußerliche Anwendung:

Weißkohl Auflagen (frische, mit heißem Wasser gereinigte gequetschte Blätter eines Weißkohls als Wickel 30 Minuten auf befallene Stelle

Reiner Presssaft aus Aloe-Vera-Blättern aus dem Reformhaus


Homöopathie

  • Dulcamare D6

Bei Frauen, im Verlauf eines grippalen Infektes, Sekret der Bläschen gelblich, Beschwerden verschlimmern sich bei Nässe und Kälte

  • Natrium chloratum D12

Psychische Konflikte, nach intensiver Sonnenbestrahlung, Jucken, Besserung an frischer Luft

  • Rhus toxicodendron D12

Bläschen brennen, starkes Jucken, dunkelrot, Besserung durch Wärme

  • Sepia D12

Bei Leber- und Gallenbeschwerden, Hämorrhoiden, Verstopfung

  • Causticum D6

Schlechtes Abheilen der Bläschen, fühlt sich wie Brandwunde an, Schlaflosigkeit

  • Mikroimmuntherapie

2 L Zone (lt Anleitung)

Virus REG (lt. Anleitung)

Alle homöopathischen Mittel während akuter Phase 4x tgl 10 Globuli unter der Zunge zergehen lassen; NICHT mit Zinkpräparaten kombinieren.


Anthroposophische Medizin

  • Meteoreisen 3xtgl 10 Globuli (14 Tage)

  • Ranunculus bulbosus D12 2-3x tgl 5 Tropfen

  • Äußerlich : Wecesin – Puder

Schüssler Salze

  • Kalium chloratum D6 (gelblich – weißer Bläscheninhalt)

  • Natrium chloratum D6 (wasserhelle Bläscheninhalt)

  • Natrium phosphoricum D6 (dicklich-gelber, eitriger Bläscheninhalt)

  • Silicea D12 (wenn keine Besserung eintritt)

Schüssler Salze 3x5 Pastillen tgl im Mund zergehen lassen, bei Laktoseintoleranz stehen auch flüssige Präparate zur Verfügung.


In den letzten Monaten stelle ich einen sprunghaften Anstieg von Herpes Zoster Infektionen in meiner Praxis fest. Voraussetzung ist IMMER eine ärztliche Konsultation. In der Praxis kann auch zusätzlich sehr erfolgreich eine Lasertherapie oder ein TENS-Therapiegerät rasche Besserung bringen.