Jod – ein natürliches Heilmittel

Wenn über Jod geschrieben oder gesprochen wird, denken wir automatisch an unsere Schilddrüse. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass jede unserer Körperzellen auf eine ausreichende Jodversorgung angewiesen ist. Ganzheitsmedizinisch orientierte Ärztinnen und Ärzte legen einen starken Fokus auf eine ausreichende Jodversorgung. Kennen Sie ihren persönlichen Jodspiegel?



Jod ist ein essentielles Spurenelement, welches der Körper nicht bilden kann. Es wird als Jodid über die Nahrung aufgenommen und ist für eine gesunde Schilddrüsenfunktion unentbehrlich. Es ist neben der Synthese von Schilddrüsen-, Geschlechts- und Stresshormonen auch an der Bildung von Neurotransmittern, die indirekt alle Körperzellen steuern, beteiligt.


Neueste Studien belegen eine Heilwirkung bei gutartigen Brusterkrankungen mit Knoten-, Zysten- und Narbenbildung, beim polyzystischen Ovarialsyndrom, bei Prostatahyperplasie und Nebennierenschwäche. Für die Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion und Struma ist es unentbehrlich. Es schützt zusätzlich noch unsere Gehirnzellen vor den Auswirkungen freier Sauerstoffradikale, unterstützt die Hirnreifung von Neugeborenen und stärkt das Immunsystem bei der Abwehr von Infektionen.

Wie kann sich ein Jodmangel bemerkbar machen ?

  • Unklare Gewichtszunahme durch langsamen Stoffwechsel und Anreicherung von Depotfett

  • Schwäche, Müdigkeit und Kraftlosigkeit

  • Trockene Haut mit schuppenden Arealen

  • Haarausfall durch herabgesetzte Regeneration der Haarfollikel

  • Konzentrations- Merkfähigkeits- und Wortfindungsstörungen

  • Globusgefühl (Fremdkörpergefühl am Hals, Gefühl wie „Kloss im Hals“)

  • Schilddrüsenvergrößerung mit Knoten und/oder Zysten

  • Häufiges Frieren und starke Kälteempfindlichkeit

  • Angststörungen, hohes Schlafbedürfnis

  • Unfruchtbarkeit (sowohl Mann als auch Frau)

  • Infektanfälligkeit

  • Wundheilungsstörungen und überschießende Narbenbildung

Ein gesunder Erwachsener benötigt täglich 200µg. In manchen Ländern – insbesondere auch in Europa - reichen die natürlichen Lebensmittel nicht aus, um Krankheiten aufgrund eines Jodmangels vorzubeugen. Das mit Kaliumjodid angereicherte Speisesalz, welches beim Kochen durch Hitzeeinwirkung teilweise zerfällt, kann den Jodbedarf meist nicht decken. Das wichtige Spurenelement ist in drei Nahrungsmittelgruppen in ausreichender Menge enthalten:

  • Essbare Algen (z.B. Wakame, Dulse, Kombu, Kelp, Arane, Hijiki)

  • Meeresfrüchte (z.B. Miesmuscheln)

  • Meeresfische (z.B. Schellfisch, Kabeljau)

Nur mäßige Mengen von Jod finden sich in Käse, Eiern, Rindfleisch, Brokkoli, Karotten, Radieschen, Spinat und frischen Gemüsesäften (um einige zu nennen).

Vor einer zusätzlichen Jodeinnahme – in welcher Form auch immer (Lugol’sche Lösung, Algenpräparate, Jod und Aminosäuren) empfiehlt es sich, den persönlichen Jodstatus laborchemisch überprüfen zu lassen (in meiner Praxis wird dies routinemäßig bei einer Erstuntersuchung vorgenommen).


„für Marlies“