Happy Eating – Essen gegen Depression

Gehören Sie auch zu den Menschen, die morgens schon erschöpft, antriebs- und hoffnungslos sind, sich durch den Tag schleppen und das Karussell negativer Gedanken nicht stoppen können? Durch die besonderen Umstände dieser Zeit nehmen Burn – Out, Depressionen und Angstattacken deutlich zu. Lange glaubte man, dass diese seelischen Störungen durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn ausgelöst werden. Doch weit gefehlt – unsere Ernährung steuert über den Darm unsere Gefühle. Somit bestätigt sich das Sprichwort, „ … du bist, was du isst…“.



Die amerikanische Neurowissenschaftlerin Kelly Brogan konnte durch epidemiologische Studien nachweisen, dass eine Depression oft das Ergebnis einer chronischen Entzündung ausgelöst durch toxische Substanzen, Zuckerkonsum, glutenhaltigen und raffinierten Lebensmitteln ist.


Weston A.V. Price, ein amerikanischer Zahnarzt und Ernährungswissenschaftler, wurde durch seine Studien über die Ernährungsgewohnheiten abgeschiedener Völker bekannt. Sein Standardwerk „Ernährung und körperliche Degeneration“ belegt die Bedeutung einer vollwertigen, naturnahen Ernährung. Er zeigt auf, wie schädlich sich industriell verarbeitete Lebensmittel auf die Gesundheit auswirken.


Kelly Brogans Ernährungsprogramm ist eine modifizierte Form seiner Erkenntnisse. Sie hat zehn Ernährungsempfehlungen zusammengestellt, die gute Laune machen:

  • Meiden von raffiniertem Mehl

Durch den übermäßigen Verzehr von mehlhaltigen Produkten kommt es zu starken Blutzuckerschwankungen. Ein rascher Anstieg von Insulin kann es zu einer starken Unterzuckerung mit Übelkeit, Reizbarkeit, Denk- und Konzentrationsstörungen führen.

Lösung: rigoroses Streichen von raffinierten Kohlenhydraten und Mehlsorten (Chips, Salzstangen, Gebäck, Brot, Pizzateig, Cracker, Kuchen, Kekse, Fettgebackenes, Energieriegel, u.a.)

  • Meiden von Gluten

Das Klebereiweiß ist in Weizen, Roggen, Dinkel, Bulgur, Couscous, Gerste, Hartweizengries und Stärke enthalten. Herkömmliche Müslipackungen sind „vollgepackt“ mit jeder Menge Gluten und Zucker. Werden diese Müslimischungen zusammen mit Milch verdaut, entstehen Peptide, die nach dem Passieren der Darmbarriere das Gehirn zur Bildung von Entzündungsstoffen anregen können.

Lösung: am besten sind unverarbeitete Nahrungsmittel, die kein Gluten enthalten wie zum Beispiel Amaranth, Buchweizen, Hirse, Kartoffeln und Süßkartoffeln, Quinoa und Reis.

  • Meiden von Zucker

Zucker ist nach Kelly Brogan ein „metabolischer Alptraum“. Übermäßiger Konsum von Haushaltszucker fördert die Entstehung von Diabetes und anderen Stoffwechselerkrankungen. Fruktose ist jedoch noch schädlicher, da sie zur Verarbeitung in die Leber wandert und in Fett umgewandelt wird. Zusätzlich vermindert Fruktose die Aminosäure Tryptophan, was zu einem Mangel an Melatonin und Serotonin führt. Deshalb sollte der Fruchtzuckergehalt von Obst beachtet werden.

Lösung: gesunde Zuckeralternativen wie Kokosblütenzucker, Birkenzucker, Honig und Ahornsirup.

  • Essen von vollwertigen einfachen Nahrungsmitteln

Beim Einkaufen sollten biologische und nachhaltige, naturbelassene Lebensmittel bevorzugt werden. Insbesondere sollten pestizidbelastete Produkte komplett vermieden werden. Studien zeigen, dass Glyphosphat vermutlich krebsauslösend ist, die Darmflora zerstört und die Vitamin-D-Funktion beeinträchtigt.

Lösung: Wurzelgemüse wie Yamswurzel, Sellerie, Karotten oder Kürbisgerichte am besten dünsten oder im Gardampfer zubereiten. Süßkartoffeln regen das Wachstum guter Darmbakterien an.

  • Fleisch aus Weide- und Freilandhaltung

Wenn jemand gerne Fleisch essen möchte, dann sollte auf die artgerechte Tierhaltung geachtet werden. Hier ist eine bewusste Einstellung dem Tier gegenüber von gesundheitlichem Vorteil. Fische sollten nur verzehrt werden, wenn deren Schwermetallbelastung niedrig ist. Wildlachs ist dem Zuchtlachs vorzuziehen.

Lösung: Fleisch kann auch in Suppen gekocht werden. Das darin enthaltene Glycin hilft bei Gelenkproblemen und Angstzuständen.

  • Eier sind erlaubt

Der Mythos, dass Eier das Cholesterin in die Höhe treiben, ist mittlerweile eindeutig widerlegt. Das Eigelb enthält alle acht essentiellen Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien, was wiederum zu einem Schutz der Herzkranzgefäße führt.

  • Essen von natürlichen Fetten

Butter und Ghee (durch Hitze geklärte Butter) sind gesund, sofern sie in Maßen genossen werden. Unsere Zellmembranen und insbesondere unser Nervensystem braucht gesättigte und ungesättigte Fettsäuren. Der Mythos, komplett fettarm oder fettlos zu leben, ist mit Sicherheit nicht gesund.

  • Meiden von Milchprodukten

Milch und Milchprodukte verlieren zusehends ihren Stellenwert als gesundes Nahrungsmittel. Beim Pasteurisieren werden Folsäure, Vitamin A und Vitamin B6 zerstört. Das in der Milch enthaltene Cholesterin oxidiert. Durch diesen Prozess kommt es weiters zur Bildung von Beta-Kasein Alpha 1, welches im Verdacht steht, Depressionen und Autismus und Schizophrenie zu verschlimmern.

Lösung: Milch und Milchprodukte äußerst selten konsumieren, pflanzliche Alternativen bevorzugen, Butter und Ghee ist öfters erlaubt.

  • Essen von Nüssen und Samen

Generell sind die meisten Nüsse aufgrund des hervorragenden Fettprofils (Omega-3-Gehalt) in kleinen Mengen als sehr hochwertig einzustufen. Erdnüsse sollten gemieden werden – sie sind sowohl Auslöser eines durchlässigen Darmsyndroms als auch eine Quelle für Schimmelgifte.

  • Schmecken und Genuss eines jeden Bissen

Essen Sie mit Genuss – gönnen Sie sich Zeit dafür. Zusätzlich führt Dankbarkeit für Speis und Trank zu einem gesteigerten Wohlbefinden.