Zinkmangel – ein unterschätztes Problem

Menschen klagen immer wieder einmal über Erschöpfungszustände und Müdigkeit, Leistungsschwäche und Konzentrationsstörungen. Treten zusätzlich noch Haarausfall, brüchige Nägel, ein reduziertes Geschmacks- und Geruchsempfinden und ein „angeschlagenes Immunsystem“ auf, sollte an einen Zinkmangel gedacht werden. Kennen Sie Ihren Zinkspiegel im Vollblut?



Zink ist ein essentielles Spurenelement, das im Körper nicht gespeichert werden kann und deshalb einer regelmäßigen Zufuhr über die Nahrung bedarf. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass weltweit mehr als 50% aller Menschen an einem Zinkmangel leiden. Zink spielt eine entscheidende Rolle bei einer Vielzahl biologischer Prozesse. Bindet sich dieses lebenswichtige Mineral an spezielle Rezeptoren der Zelloberflächen, werden mehr als 300 verschiedene Enzymreaktionen angekurbelt, die für einen vitalen und leistungsfähigen Stoffwechsel aller Körperzellen erforderlich sind.


Gute Nahrungsquellen für Zink sind rotes Fleisch, Meeresfrüchte (insbesondere Austern), Milchprodukte (vor allem Blauschimmelkäse und Hartkäse), Hefe und Sonnenblumenkerne. Neben Zink befindet sich in Getreiden, Hülsenfrüchten und Nüssen (besonders in Paranüssen), Mandeln, Erbsen, Soja, Hafer und Mais Phytinsäure. Diese kann andere Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium, besonders jedoch Eisen und Zink unlöslich binden. Wir können sie dann nicht mehr verdauen und aufnehmen.


Weitere Gründe für ein Zinkdefizit sind Darmentzündungen, schwere körperliche Arbeit mit viel Schweißverlust (Saunabesuche und Sport inkludiert), Schlankheitskuren und einseitige Diäten.


Deshalb ist eine adäquate Versorgung mit zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln für folgende Gruppen sehr wichtig:

  • Sportler

  • Schwangere und stillende Frauen

  • Veganer und Vegetarier

  • Ältere Menschen

  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem

  • Menschen mit Hautproblemen

  • Menschen, die viele Medikamente einnehmen

  • Im Laborbefund festgestellter Zinkmangel

Zusammenfassung der wichtigsten Zinkmangelsyndrome:

  • Verminderter Energiestoffwechsel (Müdigkeit, Antriebsschwäche, Konzentrationsmangel, Lernschwäche)

  • Vergesslichkeit und Demenz

  • Depressionen und Stimmungsschwankungen

  • Gesteigerte Infekt- und Entzündungsneigung, auch bei Diabetes mellitus

  • Hautprobleme (Neurodermitis, Psoriasis, gestörte Wundheilung, Haarausfall, Nagelwachstumsstörungen, Weißfleckenkrankheit der Nägel)

  • Gestörte Geruchs- und Geschmacksempfindungen

  • Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern

  • Vermindertes sexuelles Interesse, Impotenz

  • Menstruationsstörungen und unerfüllter Kinderwunsch

  • Pilzinfektionen aller Art

  • Muskelabbau und Gewichtsabnahme

Viele Studien belegen den positiven Effekt auf die Steigerung der T-Lymphozyten und dadurch eine Verbesserung der zellulären und humoralen Immunabwehr (Haase et al.: Multiple impacts of zinc on immune function; Metallomics 2014; 1175 -90). Besonders 4 – 6 Wochen vor Beginn und auch während der typischen Grippesaison inclusive COVID (Anfang Oktober bis Mitte Mai) ist eine prophylaktische Einnahme von 15 – 30mg täglich empfehlenswert. Dies kann den Krankheitsverlauf deutlich verkürzen bzw. die Gefahr einer Ansteckung vermindern. Eine laborchemische Kontrolle zwischendurch ermöglicht eine sichere Einnahme, um eine Überdosierung und damit gestörte Kupferaufnahme zu vermeiden.


Welche Präparate und Zinkverbindungen sind zu empfehlen ?

Gut bioverfügbare Zinkverbindungen mit Aminosäuren sind Zink-Methionin, Zink-Histidin (besonders für Kinder geeignet), Zink-Bisglycinat (bei Aufnahmestörungen durch die Darmwand) und Zink-Picolinat. Weiters sind auch organische Salzverbindungen wie Zink-Orotat und Zink-Citrat zu empfehlen. Neueste Forschungen des Biorhythmus zeigen eine verbesserte Verträglichkeit bei abendlicher Einnahme.


Bei meinen ausführlichen Vorsorgeuntersuchungen in meiner Praxis wird eine Vollblutanalyse aller essentiellen Mineralstoffe u.a. auch Zink vorgenommen.